Welchen Einfluss nimmt das menschliche Kontaktverhalten auf die Kulturräume im jeweiligen Gesellschaftsleben? Wie begegnen sich Menschen über Konvention und Beziehung hinaus verantwortungsbewusst und wohlwollend?

Dem Leben dienliche Kontakte, also solche in denen Menschen sich herzoffen begegnen, achten die Formenvielfalt von Begegnungen. Sie zeigen im Kontaktverhalten Achtung und Respekt. Fundamental hilfreich dient dem individuellen Bewusstsein gelebte Demut. Die  Demut ermöglicht einen kreativen Zustand, der Sein bedingungslos in die Gegenwart platziert. Dieser Moment im Dasein beschreibt etwas vollkommen Seiendes, welches vergangenes wie zukünftiges Geschehen von allem Erinnern und Einflüssen befreit. Demut ist der Mittelpunkt tiefster Verinnerlichung, sie ist ohne Wille, ohne Bedürfnis, ohne Absicht.

Der innere Gefühlssinn als Grundsinn allem menschlichen Fühlens und Wollens stellt das individuelle Zentrum jedes Menschen dar. Rein und frei nimmt damit ein schlichtes Nur-Sein wahr – empfänglich — wach – ergeben – hinnehmend. Im zentralen Offen-Sein lebt der Mensch befreit von Selbstbezug. Das Individuum übersteigt im Zustand einer unbegrenzten Wahrnehmung jede Selbsträumlichkeit und Selbstliebe. Dieser den eigenen Lebensraum übersteigende Lebensmoment findet Fülle, da kommt und geht Unerhörtes so unbeschwert wie ohne Nachhall. Diese Lebensoffenheit ist vollkommene Hingabe, bedingungsloses Wahrnehmen, ist dieses Liebesleben, dass die göttliche Existenz berührt.

Sein tiefstes Fühlen verschafft dem Menschen die Mittel zu kreativen Lebensimpulsen. Grosse und freie Gefühle ermöglichen das "Über-sich-hinaus". Diese Form menschlich reiner Liebe vermag das im Selbst gefangene Fassungslose so zu führen, dass dieses unbenutzt und unberührt den Weg zur göttlichen Gemeinschaft findet; das Innerste durchstösst jede materielle Begrenzung fühlend, schauend, horchend, erspürend, erfahrend, vergebend.

Unser irdisches Lebenswirken verdichtet selbstloses Empfinden zu wachsendem Bewusstsein und drückt sich im individuellen Liebeswerden aus. In den immateriellen, geistigen Raum strömt die eigene Lebensliebe frei zum Absoluten und verdichtet sich wachsend, vielleicht in einer halben Ewigkeit, zur Vollkommenheit hin.

Die absolute Liebe fliesst ewig in alle kosmischen Räume, Sie sammelt und vereint alles Geliebte und alles Liebende in einen unendlichen Segensstrom. Dieser umfassenden Liebesvergabe zu dienen, bildet das wirklich tragende Fundament im menschlichen Kontaktleben. Der heilige Raum der offenen Mitte verhilft zu liebevollen Kontakt zwischen den Menschen und wird zum nährenden Kreis von Gemeinschaften.